Zu einem historischen Referat hatten die Freie Wähler Tirschenreuth anlässlich der öffentlichen Fraktionssitzung den Heimatkundler Harald Fähnrich in die „Gaststätte Schels Lotte“ eingeladen. So hatten die Chronisten Mehler (1864) und Brunner (1933) nach besten damaligen Wissen anhand einer Urkunde festgestellt, dass die Stadtrecht am 29.September 1364 verleiht wurden, berichtete Herr Fähnrich. Jedoch hat sich die urkundliche Lage in den 90er Jahren bedeutend verbessert, da aus München allein 1200 waldsassischen Urkunden in das Staatsarchiv Amberg verlegt wurden und ein Dutzend davon sich mit der Historie Tirschenreuth beschäftigt.
Die neue urkundliche Lage nach Herrn Fähnrich belegt, dass Tirschenreuth schon Jahrzehnte vor 1364 Stadt war. So ist 1364 anlässlich der Abtwahl Johann V in zwei wechselseitigen Urkunden zwischen Kloster Waldassen und Tirschenreuth die Stadtrechte und Pflichten festgehalten worden. Am 21. April 1362, als Hans Schirndiger vor Tirschenreuth wegzog, sprach er in einer Urkunde dreimal von „stat“=Stadt. In einer Kaiserurkunde vom 11. März 1354 wurden Bärnau, Stadt seit 1343, und Tirschenreuth gleichrangige als Stadt bezeichnet. Noch älter ist eine Urkunde vom 26. Juli 1325 als eine juristische Auseinandersetzung von der „Gemeinschaft der Bürger von Tirschenreuth“ zusammen mit einem Adligen entschieden wurde und mit Siegel der Schiedsspruch bekräftigt wird. Nach Herrn Fähnrich belegt dies den hervorgehobenen Status, den Tirschenreuth handelte auf gleicher Stellung wie ein Adliger und konnte dies durch ein eigenes Siegel bekräftigen.
Herr Fähnrich zitiert hierzu die Archivdirektorin Frau Dr. Sagstetter ( Amberg ): „Tirschenreuth war 1325 schon eine sich selbst verwaltende Kommune, ja Stadt. Eine Stadterhebungsurkunde muss es nicht geben: öfters geschah dieser Rechtsakt als mündliche Vereinbarung“.
Das Stadterhebungsjahr bleibt nach Herrn Fähnrich daher ein Rätsel. Er vermutet, dass bei dem Abtwechsel Johannes IV 1325 oder schon bei Abt Johannes III 1313 im Rahmen einer Huldigung, die jeder neue Abt verlangte, um ihn als Landesfürst anzuerkennen, dazu gekommen sein könnte.
Im Hinblick auf die im Jahr 2014 angedachten 650jährigen Stadtjubiläumsfeiern war dann in der sehr gut besuchten Veranstaltung die rege Diskussion, was denn dann gefeiert werden soll. Nach Herrn Fähnrich kann von einer Huldigung in Rückblick auf 1364 zu der Abtwahl Johann V 1363 gesprochen werden, den Status „Stadt“ billigt Herr Fähnrich Tirschenreuth bereits ab dem Jahr 1325 zu.
Tirschenreuth. (kro) – Der Neue Tag vom 19.03.2010
Wachablösung bei den Freien Wähler: Manfred Zandt ist neuer Vorsitzender des Ortsverbandes. Er löste damit Matthias Pinzer ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidierte.
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Als ihren Beitrag zu den Bayerischen Klimatagen 2009 besuchten die Freien Wähler Tirschenreuth die Biogasanlage in Pilmersreuth / Straße der Familien Ott und Thoma.
Da Klimaschutz eine Aufgabe für Alle ist und auch die Einbeziehung alternativer Energiequellen auf Basis nachwachsender Rohstoffe ein wichtiges Thema im ländlichen Raum ist, war dies die Motivation für diese Veranstaltung führte der Fraktionssprecher Günther Franz an.
Dies wird deutlich welchen Beitrag eine Biogasanlage heute leistet und welche vielschichtigen Beziehungen sich hieraus ergeben.
Die Bioggasanlage in Pilmersreuth wird auf Basis einheimischer nachwachsender Rohstoffe betrieben. Ausgangspunkt und zentraler Energierohstoff ist der Mais. Auf ca. 220 ha im Umkreis von ca. 10 km um Pilmersreuth werden ca 11000 to Mais im Jahr angebaut. Dies sichert für über 20 Haupt- und Nebenerwerbslandwirte eine zusätzliche Einkommensquelle. Auch wird durch den Maisanbau eine kontinuierliche hochwertige Fruchtfolge auf den Feldern erreicht, denn der Dünger, der nach dem Vergasungsprozess verbleibt, wird wieder auf die Felder aufgebracht. Täglich werden ca. 30-35 to Maissubstanz in die Biogasanlage eingebracht und in einem mehrstufigen Prozess in Fermenteranlagen zu ca. 7000 m² Rohgas mit einem Methangehalt von bis ca. 52% erzeugt. Daraus werden dann ca. 3500 m³ hochwertiges Gas mit einem Methangehalt von über 90% konzentriert. Dieser Rohstoff ist dann Ausgangspunkt für drei hochwertige Scaniamotoren mit einer technischen Leistung von gesamt 750 kw. Aus diesem Leistungsspektrum werden ca. 500 kwh elektrische Leistung gewonnen und in das Stromleitungsnetz der Eon eingespeist.
Die Relation dieser Energiequelle für die Energieversorgung im Stadtgebiet ist beachtlich, denn mit den weiteren Anlagen in Matzersreuth und Gründelbach werden über 1 MW elektrischer Leistung durch Biogasanlagen bereitgestellt. Zum Vergleich bewegt sich die durchschnittliche Leistungsbereitstellung der Stadtwerke bei ca. 4 MW. Auch wenn diese Biogasanlagen im Netzgebiet der Eon liegen, kann somit dennoch festgestellt werden, dass im Stadtgebiet Tirschenreuth an die 25% benötigter elektrischer Grundlast auf Basis nachwachsender Rohstoffe schon jetzt erzeugt wird.
Damit ergeben sich sehr positive Auswirkungen für die Haupt- und Nebenerwerbslandwirte in der Region. Auch wird eine zusätzliche Wertschöpfung in der Stadt Tirschenreuth durch die Stromproduktion vor Ort erzielt. Als weiterer Beitrag wird durch diese auch heute noch innovatorische Technologie der alternativen Energieerzeugung auch ein nachhaltiger Beitrag zum Schutz und Erhalt im Klimabereich erreicht.
Für die Freien Wähler sind die Fragen der Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung als auch die Stadtwerke eine zentrale Aufgabe der Daseinsfürsorge und nehmen regelmäßig in den Fraktionssitzungen einen wichtigen Stellenwert ein.
Die Freien Wähler besuchen eine Biogasanlage und halten ihre Öffentliche Fraktionssitzung am 15.7.2009 in Pilmersreuth ab.
Im Rahmen der Bayerischen Klimawoche 2009 besucht am Mittwoch, den 15.7.2009, der Ortsverband der Freien Wähler Tirschenreuth mit der Stadtratfraktion die Biogasanlage in Pilmersreuth/Straße. Treffpunkt um 19.30 Uhr direkt vor der Biogasanlage der Familie Ott.
Im Anschluß daran findet um 20.30 Uhr in der Gaststätte Herzog in Pilmersreuth eine öffentliche Fraktionssitzung der Freien Wähler Tirschenreuth statt.
Angesprochen werden dabei neben den aktuellen Verfahrenslauf im Haushalt 2009, mögliche Renovierungsarbeiten im Rathaus als auch die Neuerungen und Entwicklungen der Hauptschule als zukünftige Mittelschule.
Die FW Stadträte nehmen gerne Anregungen und Fragen aus der Bevölkerung für die kommende Stadtratsitzung auf.